Einzelne Strahlenkrankheiten nach Gray (Gy)

Nachfolgend eine Auflistung der möglichen Strahlenkrankheiten nach Dosis der Bestrahlung. Die Angaben basieren alle auf der akuten Bestrahlung.

Bei 0,0005 – 0,2 Gy können Krebserkrankungen und Erbgutveränderungen die Folge sein.
Keine Symptome sind bei 0,2 – 0,5 Gy festgestellt worden. Lediglich gab es eine Reduzierung der roten Blutkörperchen.
0,5 – 1 Gy können einen Strahlenkater mit Kopfschmerzen und ein erhöhtes Risiko für Infektionen hervorrufen. Bei Männern ist eine temporäre Sterilität möglich.

Bei einer Bestrahlung von 1 – 2 Gy führt es bei 10 Prozent der Betroffenen nach 30 Tagen zum Tod. Die typischen Symptome sind leichte bis mittelschwere Übelkeit mit zeitweisem Erbrechen. Meist treten die Anzeichen schon nach 3 bis 6 Stunden auf. Sind die ersten Symptome angeklungen, kann es passieren, dass diese nach 10 bis 14 Tagen erneut, aber leichter auftreten und halten etwa 4 Wochen an und können sich dann mit Appetitlosigkeit, Unwohlsein und Ermüdung bemerkbar machen. Auch die Heilung andere Verletzungen ist stark beeinträchtigt und das Infektionsrisiko steigt erheblich an. Beim Mann kann davon ausgegangen werden, dass dieser unfruchtbar wird.

Mit 2 bis 3 Gy wird schon von einer schweren Strahlenkrankheit gesprochen, die sich mit Übelkeit und Erbrechen zeigt. Nach einer 7- bis 14 tägigen Erholungsphase, folgt am ganzen Körper der Haarausfall, Ermüdung und Unwohlsein. Der Weiteren ist der Verlust von den weißen Blutkörperchen sehr groß und auch das Infektionsrisiko wird erheblich erhöht. Frauen sind von einer permanenten Sterilität betroffen und eine Heilung kann mehrere Monate andauern. In 35 Prozent der Fälle sterben Betroffene nach etwa 30 Tagen.

Nach der Erholung von einer Strahlung von 3 – 4 Gy treten meist Durchfall und Blutungen im Mund, in den Nieren und unter der Haut auf.

Wenn bei einer Strahlendosis bei 4 bis 6 Gy keine intensive Versorgung erfolgt, liegt die Sterberate bei 4,5 Gy bei 50 Pozent und erhöht sich bei bis zu 90 Prozent bei 6 Gy schrittweise. Allgemein treten die gleichen Symptome wie bei der Bestrahlung von 3 bis 4 Gy auf, allerdings deutlich stärker. Bis zu einem Jahr kann die Heilung dauern. Sollte es zum Tod führen, tritt dieser durch Infektionen und Blutungen innerhalb von 2 bis 12 Wochen ein.

Die akute Strahlenkrankheit bei 6 – 10 Gy kann ohne eine Intensivversorgung kaum überlebt werden. Das Knochenmark wird zerstört und es ist in diesem Fall eine Knochenmarkstransplantation notwendig. Außerdem treten Schädigungen des Magen- und Darmgewebes auf. Schon nach 15 bis 30 Minuten sind die ersten Symptome zu erkennen und dauern etwa 2 Tage. Die darauffolgende Phase der Erholung dauert 5 bis 10 Tage und nennt sich Walking-Ghost-Phase. Durch Infektionen und innere Blutungen tritt dann mit der Endphase der Tod ein. Sollte eine Heilung erfolgen, dauert diese in der Regel einige Jahre, allerdings ist eine vollständige Genesung nie möglich.

Mit der hohen Dosis von 10 – 20 Gy treten die ersten Symptome wie Übelkeit und Schwäche, schon nach 5 bis 30 Minuten ein. Nach der ersten Phase folgt ein mehrtägiges positives Wohlbefinden. Mit dem schnellen Zelltod des Magen-Darm-Trakts, der sich durch Darmblutungen, Durchfall, Wasserverlust und Störungen des Elektrolythaushalts zeigt, folgt die Sterbephase. Mit Fieberdelirien und Koma aufgrund von Kreislaufversagen folgt diese Strahlenerkrankung zum Tod. Es ist lediglich eine schmerzlindernde Therapie möglich, eine Heilung wird es nicht geben.

Nach drei Tagen tritt der Tod bei der akuten Strahlenerkrankung mit 20 bis 50 Gy ein. Menschen, die länger überleben, haben den Verlauf wie bei 10 – 20 Gy. Mit der direkten Desorientierung und dem Koma ist bei über 50 Gy zu rechnen und nach nur wenigen Stunden sterben die Betroffenen am vollständigen Versagen des Nervensystems.

Bei über 80 Gy gibt es keine Symptome, denn hier würde sofort der Tod eintreten.

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